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Waller mit Leber

Das Welsangeln mit Alternativködern bekommt in letzter Zeit in der Wallerszene eine immer größere Bedeutung. Durch Gesetze werden viele Wallerangler dazu gezwungen den Köderfisch von ihrer Köderpalette zu streichen. Wenn man nach Alternativen zum Köderfisch sucht, stößt man häufig zunächst auf die klassischen Alternativköder wie Wurm oder Calamari. Das Angeln mit Blutegeln kommt in letzter Zeit auch wieder voll in Gange. Der Ursprung dieser Fischerei liegt wahrscheinlich in den osteuropäischen Ländern wie Ungarn oder Rumänien. Da ich leider auch in der misslichen Lage bin und mir eine Regelung verbietet, in dem Zeitraum von 1.Februar bis 1.Mai den Waller mit Köderfisch, Fischfetzen oder Kunstködern zu beangeln, war ich dazu gezwungen mir Alternativen zu überlegen. Dabei bin ich auf einen hoch attraktiven Köder gestoßen, welcher längst in Vergessenheit geraten ist. So mancher kennt ihn vielleicht noch von vergangenen Angeltagen mit seinem Großvater auf Aal oder Döbel. Die Rede ist dabei von der Leber. Zunächst wurde ich von meinen Angelkollegen mit schiefen Blicken angesehen und als verrückt erklärt, als ich ihnen von dieser Idee erzählte. Die Wahrheit ist jedoch, dass dieser Köder mit Sicherheit Waller fängt.

Zwei Einzelhaken kommen zum Einsatz

Schweine- vs. Putenleber

Bevor ich genauer auf die Anköderung und die Einsatzgebiete der Leber eingehe, muss zunächst gesagt werden, dass ich grundsätzlich 2 Leberarten unterscheide, welche zum Welsangeln geeignet sind. Zum einen gibt es die Schweineleber, die etwas fester ist und länger am Haken hält . Auf der anderen Seite gibt es die weichere Putenleber. Dazu muss gesagt werden, dass die Putenleber viel attraktiver ist und dadurch schneller Weißfische an den Platz zieht. Einerseits bekommt man dadurch Probleme, indem sie die weichere Putenleber vom Haken stehlen, andererseits locken die vielen Weißfische auch die Waller an den Platz. Wenn man also einen hohen Weißfischbestand im Gewässer hat und nicht jede halbe Stunde neu Anködern möchte, sollte man eher zur Schweineleber greifen.

Manchmal gebe ich noch ein paar Würmer dazu!

Grundsätzlich befische ich mit der Leber dieselben Plätze, welche ich normalerweise mit Köderfisch befische. Dabei bevorzuge ich Totholz im Wasser und überhängende Büsche, an denen ich meine Montage mit Hilfe eines Auslegers und einer Reißleine anbinde. Ich biete die Leber dabei an zwei ca. 5cm entfernten Einzelhaken an. Jeden Haken bestücke ich dabei mit einem mittelgroßem Leberstück.

Die Regeln machen es einem nicht immer leicht!

Montagen

Wenn ich die Leber am Grund anbieten möchte, verwende ich nur einen etwas größeren Einzelhaken und ein etwa 1m langes Vorfach, dass ich mit Hilfe eines Wirbels an der Hauptschnur befestige. An das obere Wirbelöhr knote ich dann eine kurze Reißleine, welche mit einem Stein verbunden ist, um den gewünschten Selbsthakeffekt zu erzielen. Nach dem ablegen dieser Montage füttere ich meistens noch ein paar kleinere Leberstücke um meinen Hakenköder.

Ich habe sehr viele Babywaller als Beifang

Vorteile

  • Leicht zu beschaffen
  • Billig
  • Darf in der Raubfischschonzeit eingesetzt werden

Nachteile

  • Andere Fischarten mögen sie auch,
  • Achtung Lebensmittelvergiftung, wenn sie nicht frisch ist!
Liegt der Hotspot vor den Füßen, "hänge" ich die Montage nur ins Wasser