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Südeuropatour Po, Riba Roja, Mincio

Gedanken vor dem Start der Südeuropatour: Immer die gleichen Fragen: „Wart Ihr schon in Spanien?“ „Habt Ihr mal mit Bojen geangelt?“ „Ist Spanien oder Italien besser?“ Oder gleich Aussagen wie „Wenn du Massenfänge willst geh nach Spanien!“

Der Riba Roja in SPANIEN wie ein Fluch verfolgt uns seit geraumer Zeit der Name des von uns 1500km bzw. 2000 Km entfernten Welseldorados. Eigentlich viel zu weit weg um alleine zu fahren. Wäre da nicht die Verlockung eine völlig andere Art der Fischerei erlernen zu können. Bojenangeln in Tiefen von bis zu 35 Metern; eine schroffe Landschaft sowie riesige Welse teils sogar Mandarinwaller. Einfach mal live sehen was vom Mythos übrig bleibt, wenn man an den Ufern der gewaltigen Stauseen steht.

Von hier ist es nicht mehr weit

Noch während unseres Trips im Juli auf der Sandbank schmiedeten wir Pläne, wie eine solche Strecke zu meistern wäre. Da wir aus völlig unterschiedlichen Richtungen kommen könnten wir uns lediglich die letzten 2 h teilen und wo hin dann mit dem Auto?! Der Reiz war trotzdem so groß, dass wir uns entschlossen das Ganze in Angriff zu nehmen.

Treffen in Italien, ein paar Tage in bekannten Gefilden den Urianen mit dem Schlauchboot nachstellen, danach nach Spanien und anschließend einige Tage einen Nebenfluss vom Po mit wenig Strömung befischen- soweit der Plan.

Nachdem wir unsere Urlaubstage und Überstunden zusammengekratzt hatten wurde es dann konkret. 5 Nächte Po, eine Nacht im Auto, 7 Nächte Ebro, nochmals eine Nacht im Auto und 4 Nächte am Mincio. So weit so gut.

Nachdem wir im Jahr im Durchschnitt jeder etwa 4-5 Wochen am Po verbringen, traue ich mich zu behaupten, dass wir so ziemlich jede normale Situation gesehen haben und entsprechend darauf reagieren können was im Allgemeinen zu zufriedenstellenden Fangergebnissen führt. Kurz um der Po schien eine geritzte Sache.

Ganz anders Spanien- Von Lobgesängen bis Schauermärchen über tägliche Strafen hatten wir alles gehört und durch Telefonate mit Manuel und Andrees Angelreisen lichtete sich der Dschungel. Natürlich braucht man nicht erwarten, dass man irgendwo Neues hinkommt und sich dumm und dämlich fängt, zumal wenn einem die Fischerei nicht vertraut ist. Ein Mandarin ist wohl der Sechser im Lotto der nur wenigen Anglern vergönnt ist. Als klassische Flussangler mit reichlich Baggerseeerfahrung machten wir uns trotzdem Hoffnung schnell dazu zu lernen und zumindest nicht leer auszugehen.

Eigentlich sind wir Flussfischer...

Wir definierten es mal als Lernphase mit Aussicht auf Erfolg 😉

Der Mincio mit den dazugehörigen Mantovastauseen stellte das dritte Etappenziel dar. Auch hier erhofften wir uns Neues dazuzulernen um uns fischereitechnisch weiterzuentwickeln. Auch wenn konstante Fänge am bekannten Gewässer total geil sind und Spaß machen so ist Stillstand = Rückschritt.

Hier eine kleine Zusammenfassung des Trips 😉

August 2017 Po Italien La Motta

Gerade einmal 4 Wochen nach unserem letzten Trip an den Bach standen wir wieder am Steg und beluden unsere Schlauchboote. Optisch hatte sich nicht viel getan jedoch vermuteten wir die Äschen in der Steinschüttung anstatt auf den Sandbänken. Die Schlauchis waren schnell aufgepumpt und es ging zum Essen und Einkaufen. Zurück am Steg war aus Daniels Gefährt die Luft raus- Eine Naht war undicht geworden. Mit Mühe und Not quälten wir uns zur nächsten Schüttung wo wir das Schlauchboot in Ruhe flickten.

Ein kaputtes Schlauchboot wäre ein Showstopper

Da wir sowieso eine Nacht warten mussten, legten wir die Montagen und beschlossen den Dingen Ihren Lauf zu lassen. Das Resultat war ernüchternd 2-mal Fehlbiss über Nacht von denen wir nicht mal etwas mitbekommen hatten lediglich das hintere Drittel unserer liebevoll genannten „Köderrranten“ war entschuppt. Das Schlauchboot von Daniel war wenigstens wieder einsatzbereit und die Montagen wurden entsprechend auf das vorsichtige Beissverhalten angepasst- somit konnte der Trip am 2. Tag endlich richtig beginnen. Auf zu einer meiner Lieblingsschüttungen!

Habt ihr keine Lieblingsschüttung?

Das Echolot bestätigte unsere Vermutung, dass die Äschen in der Schüttung standen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit bekamen wir einen vorsichtigen Biss dem ein eigenartiger Drill vom Schlauchboot aus folgte als Ursache stellte sich heraus, dass sich der Fisch ins Vorfach gewickelt hatte so brauchten wir eine gefühlte Ewigkeit bis wir ihn zu fassen bekamen. Gegen 2 Uhr nachts dann endlich erneut ein vorsichtiger Biss doch wenn der Fisch beim ersten Kontakt direkt Schnur nimmt, ist das ein gutes Zeichen. Nach heftigem Drill gelang es uns den ersten Bollen der Tour zu landen.

Tag 2 und der erste XXL Waller bereits gelandet

3. Tag 3. Schüttung und ein weiteres Mal schepperte es wieder konnten wir den Drill für uns entscheiden und einen stattlichen Urian 4 cm unterhalb der magischen Zweimetermarke landen. Die Krönung erlebten wir am 4. Tag unserer Tour. Zur Abwechslung ein brachialer Biss in der Morgendämmerung. Ein wilder Kampf auf Biegen und Brechen begann und am Ende zogen wir einen einen gewaltigen Wels von über 240cm in unser Schlauchboot. Die letzte Nacht dominierten die Zwerge und so starteten wir mit 6 Welsen auf der Habenseite zum 2. Teil unserer Wallersafari nach Spanien.

242 was für ein Fisch
Mit diesem Fisch um die 2m geht es also jetzt nach Spanien weiter

Rund 1400 Km und gefühlte 50 Mautstellen später erreichten wir das Camp von Andrees Angelreisen wo wir uns ein Boot gemietet hatten. Aufgrund der Felsen und starken Wellen ist eine Schlauchboottour auf den Stauseen nicht möglich bzw. zumindest aus heutiger Sicht völlig ineffektiv und gefährlich. Landschaftlich beeindruckte uns Spanien wie erwartet sehr. Der doch recht starke Wind und die knapp Meter hohen Wellen stellten uns vor neue Herausforderungen.

Staumauer vom Riba Roja
Eine komplett andere Landschaft als wir gewohnt sind

Bojen so zu setzen dass die Köder letzten Endes auch genau auf der Kante liegen ist am Anfang die größte Herausforderung. Ebenso die immensen Tiefen von bis zu 30m. Dazu kommen noch so Sachen wie Sprungschicht und 20m lange Posenmontagen die verhedderungsfrei platziert werden wollen. Wie auch sonst, ist das Bootsfahren die halbe Miete und nach 3 h wippten 3 Ruten im Takt der Wellen. Eine Rute entschlossen wir uns, weil es schon dunkel war, als „Jokerrute“ mit U-pose zu fischen. Die Nacht brachte uns einen halbstarken Fisch und da der Wind weiter auffrischte, entschlossen wir uns in einem Seitenarm dem Wind zu entziehen. Fische fingen wir ab dem ersten Tag konstant, allerdings bewegte sich die Größe zwischen 110 und 160 cm.

Waller bis 160cm gab es genug

Also Bigbaits organisiert und zurück ins alte Bachbett auf den Stausee. Der Plan ging auf wir setzten auf „Alles oder Nichts“ und lernten jeden Tag dazu. Am 5. Tag wurden wir dann im Morgengrauen endlich mit einem 229 cm Bojenwels aus 18 m Tiefe belohnt. Die Drills sind unglaublich brutal. Ein paar Eindrücke und bewegte Bilder zu unserer Großfischjagd gibt’s auf Youtube

Wind und Wellen sind nicht unsere Welt... Noch nicht 😉

Zusammenfassend lässt sich für den Riba Roja Stausee (Katalonien) sagen, dass man wohl leichter als am Po zu seinen ersten Wallern kommen wird. Gerade die Fraktion der Fische bis 150cm ist extrem stark vertreten und sorgt bei Interesse für ordentlich Aktion. Zur Pelletmeile können wir nicht viel sagen denn wir bevorzugen, wo erlaubt, den Köderfisch. Nächstes Jahr werden wir wohl wieder vor Ort sein um weiter dazuzulernen 😉

Der größte spanische Fisch hatte über 220

Die letzte Etappe sollte uns an den Mincio führen. Wir hatten geplant über den Lago Inferiore in den Mincio zu kommen und dann flussab zu fahren bis uns ein Platz zusagen würde. Leider kamen wir nicht weit. Vor der ersten Schleuse die in den Mincio führt hatte sich ein undurchdringbares Krautfeld gebildet aus dem wir unsere Schlauchboote nur mit größter Mühe befreien konnten.

Lago Inferiore in Mantova

So entschlossen wir uns den Lago Inferiore zu befischen und dem angekündigten Dauerregen dort zu trotzen. Aufgrund des regen Bootsverkehrs müssen die U-posenmontagen zusätzlich abgesenkt werden. Leider waren 4 Tage recht schnell vorbei und wir konnten keinen kapitalen Fisch fangen. Dafür war die Azubiklasse mit 7 Fischen reichlich vertreten und machte das angeln kurzweilig.

Fische gab es trotzdem
Auch das Feedern machte Spaß

Auch hier könnt Ihr auf unserem Youtube Kanal einen Teaser sehen.

Insgesamt brachte uns die Tour in 16 Nächten neben jeder Menge Erfahrung mehr als 25 Waller die Größten 242 233 229.

Nicht nur die großen Fische sollten erwähnt werden

Hier gibts noch ein paar Kurzvideos