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Silvester Tour am Po

Bei der letzten großen Tour im September haben wir bereits diskutiert, wie wir Silvester verbringen werden. Wollen wir eine Silvester Party besuchen? Wohl eher nicht... Es war schnell klar, dass wir die Zeit am Wasser verbringen werden. Nach einer kurzen Diskussion war die Idee vom Barsch und Zander angeln wieder vom Tisch und wir beschlossen ein letztes Mal nach Italien an den Po zu fahren und so unsere erste Silvester Tour am Po zu machen

Wir lieben beide den Sommer, Sandbänke und kurze warme Nächte. Erfahrung im Winter haben wir wenig. Was soll schon schief gehen? Man kann den Po als unser Hausgewässer bezeichnen. Wir kennen den Abschnitt sehr gut und haben einige interessante Plätze im Hinterkopf. Die Vorbereitungen sind wie immer schnell über die Bühne gelaufen. Der einzige Unterschied zum Sommer waren die Klamotten und warme Getränke.

In der Nacht vom 24. auf 25. Dezember sind wir Richtung Italien aufgebrochen. Am Fluss angekommen, erlebten wir traumhaftes Wetter mit Sonnenschein. Der Wasserstand war sehr niedrig, ähnlich wie im Hochsommer. Nach dem Aufbau unserer Ausrüstung und dem Beladen des Bootes suchten wir uns einen Platz für die erste Nacht. Hier muss man sagen, dass die erste Nacht immer chaotisch abläuft. Nach der Fahrt bleibt oft nicht mehr viel Zeit, man ist übermüdet und angelt dann am „erst besten Platz“. Das Ziel war, am zweiten Tag früh aufzustehen und einen zwanzig Kilometer langen Flussabschnitt zu erkunden. Wir wollten Futterfische finden, vielleicht den ein oder anderen Waller lokalisieren. Wer weiß vielleicht tummeln sich sogar noch Meeräschen im Fluss.

Wir beladen das Boot bevor es ins Wasser kommt

 

Am dritten Abend hatten wir immer noch keinen Biss. Nun wurde uns bewusst, dass es nicht einfach wird. Wir wussten, dass wir alles geben müssen. Kurze Zeit später kontaktierte uns der Campbetreiber: Rober Welser und teilte uns mit, dass wir mit einem Wasseranstieg von eineinhalb Meter Wasser rechnen müssen.

Mit dem Wasseranstieg wird sich einfach alles ändern

 

Schaum ein klares Anzeichen für einen Anstieg

 

Eines war klar, leichter wird es jetzt nicht werden. Die Überschwemmungsgebiete werden dadurch nicht geflutet und der Hauptfluss führt extrem viel Treibgut. Um die Montagen dreckfrei zu präsentieren, blieb uns nur das Angeln hinter Büschen im Naturufer. Auch die nächsten zwei Nächte , während des Anstiegst blieben wir erfolglos.

Gefischt wird jetzt im Naturufer

 

Nachdem wir bei weitem nicht die einzigen Angler am Fluss waren, denen es so ging, sank die Stimmung auf einen Tiefpunkt. Wir waren uns sicher, dass wir keinen Fisch mehr fangen werden. Aufgeben kam trotzdem nicht in Frage.

Wir suchen also eine passende Sandbank

 

In den letzten beiden Nächten wollten wir nochmals etwas anderes versuchen. Zum einen haben wir einen Sandbankauslauf befischt, mit einer Strömungsgeschwindigkeit von 0,9kmh. Hier hatten wir zwei Grad wärmeres Wasser als am gegenüberliegenden Flussufer. Die letzte Nacht befischten wir noch einen Brückenpfeiler, der uns in den vergangen Jahren mehrere gute Fische gebracht hat.

Der letzte Anhaltspunkt: eine Brücke

 

Als wir am Neujahrstag munter geworden sind, hatten wir Gewissheit. Eine Woche keinen einzigen Biss. Das obwohl wir jeden Tag gekämpft haben. Wir haben die Montagen ständig kontrolliert um sie vom Treibgut zu befreien. Wir machten Platzwechsel und haben zwanzig Kilometer mit dem Echolot erkunden. Die Wasserstandänderungen haben uns gezwungen ständig neue Plätze zu suchen.

Abschließend kann man sagen, dass wir trotzdem eine tolle Zeit am Wasser hatten. Man lernt auch in solchen Zeiten viel über den Fluss. Wir sind uns einig, dass uns diese „Niederlage“ gut getan hat. Zum einen wird man auf den Boden der Tatsachen geholt. Unser Hobby heißt schließlich ANGELN und nicht FISCHE FANGEN. Zum anderen motiviert es einem für den nächsten Angelurlaub... In diesem Sinne wünschen wir allen ein erfolgreiches Jahr 2018 mit vielen fetten Wallern.